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Alarmieren und Reagieren bei Hochwassergefahren

 

Das Hochwasserwarnsystem ist funktionsfähig und einsatzbereit.

Nachdem am 30.09.2012 das bis dahin existierende Hochwasser- und Unwetterwarnsystem  abgeschaltet wurde, wurde die Alarmierung der Führungskräfte der Feuerwehr und der Verantwortlichen der Einheitsgemeinde Schwallungen ab dem 01.10.2012 neu organisiert.

Es wurde von der Wehrleitung beschlossen die benötigten Daten nicht wie vorher über einen Rechner sondern verteilt über mehrere Rechner gleichzeitig abzurufen. Somit wird eine höhere Ausfallsicherheit erreicht.

Die Führungskräfte der Feuerwehr sowie der Bauhofleiter der Gemeinde Schwallungen haben sich bei der Hochwasser Nachrichten Zentrale Thüringen angemeldet und bekommen beim überschreiten von bestimmten Wasserstandsmarken der Werra in Meiningen E- Mails geschickt.

Auch bei wieder gefallenen Wasserstand bekommen diese Personen eine Entwarnung per Mail.

Hauptinformations- und Einsatzzentrale für die Feuerwehren im Landkreis ist und bleibt die Leitstelle Schmalkalden Meiningen.

Hier laufen bei drohenden Gefahren durch Hochwasser alle Informationen zusammen und die Einsätze der Feuerwehren werden von dort koordiniert.

Da jede Gemeinde auch selbst ihren Beitrag zur Gefahrenabwehr leisten muss wurden für die Ortslage Schwallungen durch welche der Fluss Werra fließt folgende vorbeugenden Maßnahmen bei Hochwassergefahren getroffen.

Um eine angemessene Vorlaufzeit für Hochwassermaßnahmen zur erreichen wird der Wasserstand im Flusslauf oberhalb von Schwallungen in Meiningen abgefragt.

Die Zeit beträgt ca. 2 bis 3 Stunden bis eine Hochwasserwelle von Meiningen nach Schwallungen gelangt, je nach Wassermenge.

In dieser Zeit können bereitgestellte Mittel genutzt werden um Menschen und Tiere in Sicherheit zu bringen und Gebäude vor eindringenden Wasser und Schlamm zu schützen.

Ebenfalls können die Einwohner von Schwallungen gewarnt werden und Einsatzkräfte über bevorstehende Hochwassereinsätze informiert werden.

Die Information und Alarmierung der Einsatzkräfte kann  per E-Mail über einen Rechner oder per SMS über das neu installierte SMS Alarmierungssystem der "BLUE BOX 2" im Feuerwehrgerätehaus Schwallungen erfolgen.

Auf den Alarmierungsrechnern kann der Verlauf der Hochwasserwelle ob steigend, gleich bleibend oder fallend genau beobachtet und ausgewertet werden.

Je nach Situation kann die Feuerwehr ihre Vorgehensweise anpassen.

Im folgenden Schema wird der Informationsweg für die Führungskräfte der Feuerwehr und der Verantwortlichen der Gemeinde dargestellt.

Schema

 

Folgende Meldungen erfolgen beim erreichen der Pegel in Meiningen:

Meldebeginn: >= 225cm

Alarmstufe 1: >= 275cm

Alarmstufe 2: >= 325cm

Alarmstufe 3: >= 375cm

Entwarnung: <= 200cm

Welche Maßnahmen werden beim erreichen der einzelnen Pegel durchgeführt?

Meldebeginn: >= 225cm erreicht

Beim erreichen des Meldebeginn Pegels besteht noch kein Handlungsbedarf für die Feuerwehr in Schwallungen. Die Tendenz des Wasserstandes steigend, gleich bleibend oder fallend sollte beobachtet werden.

Alarmstufe 1: >= 275cm erreicht

Beim erreichen der Alarmstufe 1 besteht noch kein Handlungsbedarf für die Feuerwehr in Schwallungen. Die Tendenz des Wasserstandes steigend, gleich bleibend oder fallend sollte beobachtet werden.

Alarmstufe 2: >= 325cm erreicht

Beim erreichen der Alarmstufe 2 muss sich die Feuerwehr auf einen eventuellen Hochwassereinsatz vorbereiten.
- Die Einsatzkräfte sind zu benachrichtigen.
- Die zur Verfügung stehenden Einsatzmittel sind zu überprüfen und bereitzustellen.
- Organisatorische Maßnahmen zwischen Feuerwehr und Gemeinde sind abzustimmen. Erstmaßnahmen sind festzulegen.

Alarmstufe 3: >= 375cm erreicht

Beim erreichen der Alarmstufe 3 ist ein Feuerwehreinsatz erforderlich.
- Logistische Dinge wie der Transport von Sandsäcken sind mit der Gemeinde abzustimmen.
- Sandsäcke sind an gefährdeten Gebäuden zu stationieren.
- Die Einsatzkräfte sind für ihre Tätigkeiten einzuteilen.
- Abarbeitung der Einsätze nach Priorität und Eingang der Hilfeersuchen.

 

Folgende Einsatzmittel stehen den Kameradinnen und Kameraden für einen Hochwassereinsatz in Schwallungen zur Verfügung:

  • Löschgruppenfahrzeug LF16/12 mit Heckpumpe und elektrischer Tauchpumpe TP8
  • Löschgruppenfahrzeug LF8/8-TS8-STA und elektrischer Tauchpumpe TP4
  • zwei Schlauchboote für 4 Personen (eins nur bedingt einsatzfähig)
  • 3 Stück Tauchpumpen TP4 aus den Ortsteilwehren Zillbach, Schwarzbach und Eckardts
  • 400 Sandsäcke gefüllt auf Paletten
  • 1000 Sandsäcke ungefüllt

 

Messstation
Auf dem Bild ist die Messeinrichtung in Meiningen zu sehen wo die Wasserstände gemessen werden.

Meiningen/Werra

Diagramm 

                                     ___  Benachrichtigungswerte 225cm, 275cm, 325cm, 375cm

Am Diagramm oben ist an der blauen Ganglinie ein in etwa gleich bleibender Wasserstand von 120cm zu erkennen. Es besteht keine Hochwassergefahr.

Auszug aus einer Informationstabelle der Hochwasser Nachrichten Zentrale für den Fluss Werra

Tabelle

 

 Gewässerkarte
Ausschnitt aus der Gewässerkarte der Hochwasser Nachrichten Zentrale mit Messstellen

 

Allgemeine Informationen zum Hochwasserschutz in Schwallungen an der Werra.

Die Kameradinnen und Kameraden der FF Schwallungen versuchen sich nach besten Wissen und Gewissen auf eventuelle Hochwassereinsätze vorzubereiten.

Hierbei ist es wichtig eventuell gefährdete Objekte zu kennen.

Die Führungskräfte arbeiten eng mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz sowie mit der örtlichen Gemeindeverwaltung und dem Bauhof zusammen.

Im Fall eines Hochwassers führt die Feuerwehr operativ taktische Maßnahmen wie zum Beispiel den Sandsack Verbau oder/und das Auspumpen von Kellern durch.

Die Mitarbeiter der Gemeinde führen administrativ organisatorische Maßnahmen durch. Hierzu gehören zum Beispiel das Abstimmen der Hochwassermaßnahmen mit anderen betroffenen Gemeinden. Das Bereitstellen von Unterkünften für betroffene Familien und die Verpflegung der Einsatzkräfte bei langen Einsätzen gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Gemeinde.

 

Was können die Bürger welche in der Nähe der Werra wohnen selbst tun um sich und ihr Eigentum vor den Auswirkungen von Hochwasser zu schützen?

  • Rückschlagklappen im Kanalsystem einbauen
  • Tauchpumpen zum Beispiel für den Heizungskeller vorhalten
  • gefüllte Sandsäcke für tief liegende Eingangstüren vorhalten
  • Elektroanschlüsse im Kellerbereich rechtzeitig stromlos schalten
  • eigene Informationsgewinnung durch Anmeldung bei der Hochwasser Nachrichten Zentrale Thüringen (kostenfrei)
  • Verfolgen von Meldungen im Ortskanal der Einheitsgemeinde sowie im Rundfunk und Fernsehen
  • Tiere aus gefährdeten Gärten und Stallungen rechtzeitig in Sicherheit bringen
  • Fahrzeuge aus gefährdeten Garagen, Unterständen und Straßen in sichere Ortsteile bringen
  • gegenseitige Nachbarschaftshilfe
  • bei Notfällen die Feuerwehr über die Nummer 112 rufen

 

Schwallungen 23.10.2012
Text: Ortsbrandmeister Frank Rumpel
Quellen:
Bilder, Diagramme und Tabellen: Hochwasser Nachrichten Zentrale Thüringen